Autor: Claudia Scheidemann

  • Melancholie als Burnout-Prophylaxe!

    Melancholie als Burnout-Prophylaxe!

    Jetzt ist sie ganz durchgeknallt! – Melancholie als Burn-out-Prophylaxe?! Ja, geht’s noch!?

    Moment! Einen Moment, bitte! Doch, doch das ergibt Sinn.

    Melancholie ist etwas ganz anderes als Depression

    Irgendwann hat sich die Bedeutung des Wortes Melancholie gewandelt. Der Wortursprung führt zur „Schwarze Galle“, dem Stoff im Körper, der nach der Humorallehre der alten Griechen die düstere Stimmung des Melancholikers verursacht.

    Melancholie ist gekennzeichnet durch eine trübsinnige Gemütsstimmung, durch Schwermut, Schmerz, Traurigkeit oder Nachdenklichkeit. Einen bestimmten Auslöser gibt es nicht.

    Die Romantik kennt die Melancholie als Weltschmerz. In der modernen Psychologie ist sie durch das Krankheitsbild der Depression abgelöst worden.

    Dabei ist eine melancholische Stimmung keine Erkrankung, sondern steht auch für eine Fähigkeit zu Innenschau und der Akzeptanz der bitteren Momente des Lebens. Ohne eben in einen depressiven Dauerzustand zu verfallen.

    Das Bittersüße im Leben

    Susan Cain hat ein ganzes Buch darüber geschrieben, wie Melancholie und die eng verwandte Sehnsucht unserem Leben Tiefe, Halt und Sinn geben können. (Dringende Leseempfehlung!)

    Sie beschreibt eine zentrale menschliche Erfahrung: Licht und Dunkel, Schweres und Leichtes, Leben und Tod sind untrennbar
    miteinander verbunden. Das Eine gibt es nicht ohne das Andere. Und doch versuchen wir oft, eine “reine” Erfahrung von Freude oder Glück zu erschaffen. Das gelingt nicht, weil es nicht gelingen kann, egal wie sehr wir uns das wünschen.

    Cain plädiert dafür, dass wir lernen, diese Gleichzeitigkeit nicht nur bewusst wahrzunehmen, sondern sie in einer Haltung der „Bittersüße” zu halten, statt sie zu verdrängen. Für sie liegt darin die Chance, Kreativität zu wecken, Verbundenheit zu erreichen und die Überwindung des Drucks zum ständigen “Positiv-sein müssen”.

    Ausgelaugt durch Dauerstress

    Wir aber haben natürlich keine Zeit für „sowas“. Melancholische Gedanken halten uns vom Abarbeiten unserer To-do-Listen ab. Und außerdem wollen wir uns nicht so „herunterziehen“ lassen!

    Sie haben uns allerdings etwas zu sagen, diese unbequemen Gefühle: Wut will Abgrenzung, vielleicht gegen die nächsten zehn Überstunden oder die zusätzliche Aufgabe. Traurigkeit will, dass wir über Verluste nachdenken, drohende oder solche, die schon stattgefunden haben. Und wenn alles in Überforderung mündet, wäre schon längst mal eine Pause dran gewesen.

    Bewusst mit Melancholie umgehen

    Prof. Benigna Gerisch plädiert in einem Interview mit arte für einen bewussten Umgang mit Melancholie. Melancholie lädt zum Innehalten ein und kann ein Gegenpol zur stetigen Beschleunigung und Verdichtung unserer modernen (Arbeits-) Welt sein.

    Wir haben eben auch ein Recht auf Trauer und verletzliche Momente. Melancholie lässt uns durch tiefe Reflexion reifen und in die Tiefe gehen.

    Innehalten und Reflektieren als Antidot

    Wenn also das nächste Mal eine kleine Melancholie vorbeikommt, machen Sie doch mal die Tür auf und lassen sie herein. Setzen Sie sich mit ihr auf eine Parkbank oder in einen Garten und denken vielleicht über die Vergänglichkeit des Daseins nach und wie es gelingen kann, trotz dieses Wissens gut zu leben.

    Vielleicht nutzen Sie die Zeit ja auch dafür zu sortieren, welche Aufreger gar nicht so wichtig sind und wofür Sie sich wirklich, wirklich einsetzen wollen.

    Vielleicht hören Sie sich auch gemeinsam mit Ihrer Melancholie Joni Mitchels „Both sides now“ oder Billie Eilishs „What was I made for“ .

    Ja, das ist vielleicht gewöhnungsbedürftig, aber auch ausgesprochen erholsam in seiner Langsamkeit!

    Und wenn dann noch Stift und Papier in der Nähe sind, steht dem schriftlichen Melancholisch-Sein nichts mehr im Wege.

    Kann ich da „Viel Vergnügen!“ wünschen? – Ja, ich glaube das geht!

    Schreibimpuls

    • Wenn Sie ein melancholisches Lied gehört haben: Beschreiben Sie was dieses Lied in Ihnen ausgelöst hat.
      Gedanken, Emotionen, Erinnerungen, Bilder …
      Was fühlen Sie genau? Beschreiben Sie ohne zu werten und ohne verstehen zu wollen.
    • Was bedeutet „melancholisch“ sein für Sie? Gibt es etwas Positives, das Sie damit verbinden?
    • Beschreiben Sie einen melancholischen Moment in Ihrem Leben ganz detailggetreu.

    Schreibzeit für alle: 5 Minuten. Und zum Abschluss noch eine kurze Reflektion über das Geschriebene. Den folgenden Satzanfang vervollstädigen:
    „Wenn ich das nochmal lese, erkenne ich… „


    Hier der Link zum arte-Interview mit Prof. Dr. Gerisch, das mich u.a. zu diesem Text inspiriert hat.

    Buchtipp

    Susan Cain „Bittersüß: Wie Sehnsucht und Melancholie uns Halt und Kraft geben

  • Was für ein Headerbild ist das denn?!

    Was für ein Headerbild ist das denn?!

    So sieht das aus, wenn wir über ZOOM zusammen arbeiten – Michaela und ich. Wir sitzen eben ungefähr 800 km weit auseinander, da trifft es sich nicht mal eben so. Noch nicht mal für gemeinsame Fotos.

    Michaela lebt in Österreich in der Nähe von Wien und ich – Claudia – in Deutschland in der Nähe von Frankfurt/Main. Seit Anfang 2025 bestreiten wir auf diese Distanz einen Podcast und aus dieser Zusammenarbeit ist die Idee eines gemeinsamen Angebots entstanden.

    Wir sind es natürlich auch gewohnt, Workshops online zu planen und durchzuführen. Räumliche Distanz spielt dann keine Rolle, weil wir es beide gut können, auch digitale Räume zu halten und so zu gestalten, dass Vertrauen entstehen kann. Nur so ist unsere Arbeit auch online möglich.

    Kleine Anekdote am Rande: Ich habe Michaela sogar online per ZOOM kennengelernt. Als sie nämlich im Mai 2020 innerhalb kürzester Zeit ihren Präsenzworkshop in Wien auf das Online-Format umgestellt hat.* Es war ein toller Workshop und ich bin sehr froh, dass sie das damals so auf die Beine gestellt hat. Wer weiß, ob wir uns sonst überhaupt über den Weg gelaufen wären! So stand uns aber nicht mal Corona im Weg!

    *Wir erinnern uns: Lockdown – keine Präsenzveranstaltungen möglich!

    Und weil wir wahrscheinlich mit Ihnen auch erst einmal auf diese Weise zusammentreffen werden, wenn wir einen Workshop oder einen Vortrag planen, passt das Bild genauso, wie es ist, prima auf unsere Webseite.

  • Wie Journaling mir in meinem  Business weiterhilft

    Wie Journaling mir in meinem Business weiterhilft

    Mich selbständig zu machen, war eine Entscheidung, die mich dazu gebracht hat, mich so intensiv kennenzulernen, wie ich mir das nie hätte träumen lassen.

    Im Guten habe ich herausgefunden, dass ich enorm stur zielorientiert sein kann, wenn ich mir ein Projekt oder eine Idee in den Kopf gesetzt habe. Dann kann ich ein enormes Durchhaltevermögen und immer neue Ideen entwickeln, wie etwas doch noch funktionieren kann.

    Dann gibt es da noch die andere Seite: Fähigkeiten, die ich erst noch entwickeln, Fehlentscheidungen, die ich verarbeiten und ungewollte Umorientierungen, die ich bewältigen musste. Kaum etwas hat mich so an meine Grenzen geführt wie die Jahre meiner Selbständigkeit. Inklusive Zukunftsängste und schlaflose Nächte.

    Glücklicherweise habe ich schon immer gerne und oft geschrieben. Durch eine Verkettung einiger glücklicher Zufälle habe ich dann das persönliche Schreiben oder Journaling entdeckt. Kein unstrukturiertes Tagebuch schreiben, um „mal alles loszuwerden“ oder „mich auszukotzen“, sondern zielführende Schreibimpulse angepasst an das, was ich gerade brauchte.

    Über die Zeit habe ich mir eine Sammlung an Schreibimpulsen und Fragen zusammengestellt, die für mich gut funktionieren. Inzwischen denke ich am liebsten und häufigsten auf dem Papier statt nur im Hirn. Da gibt es einfach zu schnell verfitzelte Gedankenknäuel.

    Wofür ich persönliches Schreiben hauptsächlich einsetze:

    • Um mir selbst eine gute Chefin zu sein. (Für mich ist das die Übersetzung von „Selbstführung“ ins echte Business-Leben.)
    • Emotionsklärung, wenn ich nicht mehr weiß, wo mir der Kopf steht. (Was genau macht es gerade so schwierig?)
    • Lösung von Konflikten (Welche Perspektiven gibt es? Was ist mir für die Lösung wichtig?)
    • Orientierung meines Business an meinen Leitwerten (Welche Projekte möchte ich warum und wie umsetzen?)

    Und generell immer, wenn ich das Gefühl habe, dass es nötig ist.

    Die Zeit, die ich mir fürs Schreiben nehme, ist immer gut investiert. Und oft sind schon 5-10 Minuten Schreiben ausreichend, um zu wissen, wie es weitergeht oder was meine nächsten Schritte sind.

  • Schreiben statt Schreien

    Schreiben statt Schreien

    Willkommen auf der neuen Website von Claudia Scheidemann und Michaela Muschitz.

    Auf dieser Seite stellen wir unser Angebot für Journaling im Business vor.

    Wir sind spezialisiert auf persönliches Schreiben im Kontext von Gesundheitsberufen und für Betriebliches Gesundheitsmanagement.

    Natürlich können auch andere Branchen von Journaling profitieren.

    Sprechen Sie uns einfach an! Und wir schauen gemeinsam, wie ein praxisnahes Angebot für ihr Unternehmen ausschauen kann.

    Siemöchten mehr erfahren? – Schreiben Sie uns einfach eine Mail!

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