Kategorie: Allgemein

  • In der Zusammenarbeit wachsen

    In der Zusammenarbeit wachsen

    Ich darf gerade für eine Organisation ein größeres Projekt begleiten. Meine Aufgabe ist es Menschen aus unterschiedlichen Fachrichtungen zu koordinieren, um gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten. Das macht einerseits viel Spaß, andererseits ist es herausfordernd unterschiedliche Persönlichkeiten auf einen Nenner zu bringen. Auch hier hilft mir schreiben.

    Projektmanagement gehört für viele zum Arbeitsalltag. Die Teammitglieder in so einem Projekt zu koordinieren, ihre unterschiedlichen Herangehensweisen, Arbeitsweisen und Geschwindigkeiten auszubalancieren ist dabei eine der großen Hürden.

    Ich gebe es zu: Die Chaosphase am Beginn eines Projektes liebe ich. Wenn ich erst einmal die richtigen Leute finden muss, die sinnvollerweise an dem Projekt mitarbeiten sollen. Abzuklären, was Ziel des Projektes ist, Pläne zu schmieden, Meilensteine zu definieren – da blühe ich förmlich auf. Denn ich lerne in diesen Phasen immer wahnsinnig viel – über meine Mitstreiter:innen, aber natürlich auch über mich.

    Schreiben als Tool im Projektmanagement

    In dieser anfänglichen Storming-Phase schreibe ich viel über das Projekt. Ich formuliere Fragen, die zu klären sind, überlege mir welche Schritte notwendig sind und versuche diese in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Das alles mit Stift und Papier, erst viel später in einer passenden Software.

    Parallel dazu schreibe ich in meinen Journal wie es mir mit dem Projekt geht, welche Kommunikation-Hürden es mit dem einen oder der anderen Person gibt. Ich reflektiere, was gut läuft, was nicht geklappt hat – all das schriftlich zu verarbeiten ist für mich selbstverständlich. Wie ich kürzlich bemerkte, ist es das aber nicht für andere. Meilensteine schriftlich zu dokumentieren, war zwar auch bei meinem Gegenüber angedacht. Eine Reflexion im eigenen Journal über die eigene Rolle im Prozess, die Hürden etc. war für diese Person jedoch überraschend. In dem Augenblick dachte ich mir: Journaling ist noch nicht angekommen im Business. Noch immer wissen zu wenige, was persönliches Schreiben kann und wie es auch im beruflichen Alltag genutzt werden kann.

    Dabei könnten gemeinsame kurze Schreibeinheiten, um in einem Projekt innezuhalten und zu reflektieren und dann über das Geschriebene in Austausch zu gehen, eine echte Bereicherung sein.

    Ich werde es auf jeden Fall beim nächsten Milestone erneut anregen.

    Schreibimpuls für dich:

    • Was ist in diesem Projekt bisher gut gelaufen?
    • Was hat nicht geklappt?
    • Was war mein Anteil am Erfolg/ Misserfolg?

    Wenn du dir in deinem Projekt Unterstützung wünscht, zeigen wir dir gerne, wie du Journaling im Projekt-Management einbinden kannst. Schreib uns einfach ein Mail!

  • Stabiles Fundament

    Stabiles Fundament

    Neben meiner Firma mit den Workshops und Coaching, bin ich in mehreren Organisationen ehrenamtlich tätig. Nicht, weil mir langweilig ist. Sondern weil ich mich gerne engagiere, etwas Sinnvolles tue und dabei auch viel lernen möchte.

    Zwei der Organisationen, in denen ich tätig bin, sind die Österreichische Rettungshundebrigade (ÖRHB) und das Rote Kreuz. In der einen Organisation als Hundeführerin, Trainerin und Einsatzkoordinatorin. In der anderen als Rettungssanitäterin und Mannschaftsvertreterin.

    Einsatz als „Peer“

    In beiden Organisationen bin ich auch als Peer tätig. In dieser Funktion helfe ich Kolleg:innen belastende Einsätze zu verarbeiten. Denn was einem in einer Einsatzorganisation unterkommt, ist nicht alltäglich. Wir treffen defacto immer auf Menschen, die in einer Ausnahmesituation sind. Weil Sie sich verirrt haben oder ihre Angehörigen vermissen. Oder weil sie sich verletzt haben, krank sind, Schmerzen haben.

    Wir begegnen diesen Menschen in einem meist hochemotionalem Zustand, der manchmal auch mit Scham behaftet ist – weil sie sich verirrt haben, einen Unfall verursacht haben oder die Rettungskräfte sie halbnackt im Badezimmer vorfinden, wo sie alleine nicht mehr aufstehen können. 

    Umgang finden aus Eigenschutz

    Einsatzkräfte, die Menschen in so fragilen Umständen finden, lernen damit umzugehen aus Eigenschutz. Und doch gibt es immer wieder Situationen, die anders sind, die herausfordernder sind. Dann stehen die Peers zur Seite. Sie sind nach Psychologengesetz psychologische Hilfskräfte, die speziell ausgebildet wurden um Kolleg:innen aus den eigenen Reihen zu unterstützen herausfordernde Einsätze einzusortieren, zu verarbeiten und abzuschließen.

    Verarbeiten durch Journaling

    Mich hat diese ehrenamtliche Arbeit nach all den Jahren geprägt. Mich regt nichts mehr so schnell auf. Erst vor kurzem wurde ich nach einem Peer Einsatz nach einem Gewaltverbrechen gefragt: Wie schaffst du das?

    Meine Antwort darauf war: Ich schreibe!

    Denn tatsächlich ist Schreiben die Methode, mit der ich all die Dinge, die mir unterkommen, verarbeite. Indem ich meinem Notizbuch erzähle, was passiert ist, wie es mir dabei gegangen ist, was ich anders hätte machen können und was ich daraus gelernt habe, reflektiere ich die Erlebnisse in einem sicheren Rahmen. Diese Reflexion über Erfahrungen bilden das Fundament meiner mentalen Gesundheit. Und dieses Fundament ist erstaunlich stabil. 

    Bin ich deshalb abgestumpft oder herzlos? Nein. In der Situation mit meinem Gegenüber bin ich emphatisch, der Fels in der Brandung, den solche Ausnahmesituationen nun mal brauchen. Wenn ich aus der Situation gehe, bin ich meist unendlich müde, weil diese meine ganze Konzentration und Aufmerksamkeit aufgebraucht hat.

    Selbstfürsorge als Basis

    Ich sorge dann gut für mich indem ich esse und trinke, mit meinen Hunden spazieren gehe und ich gönne mir Schlaf. Am nächsten Tag schreibe ich – mit einer der vielen Schreibmethoden, die mir zur Verfügung stehe und reflektiere das Ereignis. Ich füge meinem Fundament eine weitere Schicht hinzu, auf der ich stabil stehen kann. 

    Journaling-Impuls

    Wenn Sie das nächste Mal eine stressige Situation im Job hatten, nehmen Sie sich 5 Minuten Zeit und beantworten Sie eine oder mehrere der folgenden Fragen schriftlich für sich:

    • Was war schwierig an der Situation für mich?
    • Was genau hat mich daran gestresst?
    • Was ist gut gelaufen?
    • Was hätte ich anders machen können?
    • Welche Ressource hätte ich gebraucht?
    • Welche Ressource habe ich genutzt?

  • Panta rhei – warum Führung ohne Veränderung nicht möglich ist

    Panta rhei – warum Führung ohne Veränderung nicht möglich ist

    „Panta rhei – alles fließt.“

    Der griechische Philosoph Heraklit von Ephesos brachte mit diesem Satz eine Erkenntnis auf den Punkt, die für Führungskräfte heute aktueller ist denn je: Beständigkeit ist eine Illusion. Wandel ist der Normalzustand.

    Und dennoch erleben wir in Organisationen immer wieder den Versuch, Stabilität festzuschreiben – Prozesse zu konservieren, Strukturen zu schützen, Entscheidungen aufzuschieben. Oft aus einem verständlichen Motiv heraus: der Sorge, Kontrolle zu verlieren oder bewährte Erfolge zu gefährden. Doch genau hier liegt das Risiko.

    Wandel ist kein Ereignis – er ist ein Prozess

    Das Leben – und damit auch unternehmerisches Handeln – ist niemals statisch. Es ist ein fortlaufender Prozess von Anpassung, Erneuerung und Entwicklung. Heraklit ging davon aus, dass alles Existierende permanent im Werden ist. Wer sich dem entzieht, verliert Anschluss.

    Ein Blick in die Natur macht das deutlich: Selbst in scheinbaren Ruhephasen, etwa im Winter, findet kein Stillstand statt. Energie wird gesammelt, Strukturen werden vorbereitet, damit Wachstum zur richtigen Zeit möglich ist. Die Knospen sind bereits da – lange bevor sie sichtbar aufbrechen.

    Übertragen auf Organisationen bedeutet das: Veränderung beginnt nicht erst, wenn sie offensichtlich wird. Sie kündigt sich früh an – durch Marktbewegungen, Mitarbeiterbedürfnisse, technologische Entwicklungen oder gesellschaftliche Verschiebungen.

    Veränderung gestalten statt verwalten

    Viele Menschen – auch Führungskräfte – begegnen Veränderung zunächst mit Skepsis. Die Sorge: Was, wenn sich die Situation verschlechtert? Was, wenn Entscheidungen falsch sind? Gerade angesichts globaler Unsicherheiten ist diese Haltung nachvollziehbar.

    Doch eine rein defensive Perspektive lähmt. Wer Veränderung nur abwehrt oder aussitzt, überlässt Gestaltungsspielräume anderen. Führung bedeutet nicht, Risiken zu vermeiden, sondern bewusst mit ihnen umzugehen.

    Innovationen entstehen selten aus Komfortzonen. Sie entstehen, weil bestehende Lösungen nicht mehr ausreichen. Zahlreiche erfolgreiche Produkte, Geschäftsmodelle und Organisationsformen sind aus Krisen, Engpässen oder Fehlentwicklungen hervorgegangen – nicht trotz, sondern wegen der Notwendigkeit zur Veränderung.

    Die zentrale Führungsfrage

    Statt Energie in Widerstand oder Ärger zu investieren, lohnt sich eine andere Perspektive:

    Wie kann ich die veränderten Rahmenbedingungen aktiv so gestalten, dass sie für mein Team, meine Organisation und mich funktionieren?

    Oft sind es keine radikalen Umbrüche, sondern gezielte Stellschrauben: Prioritäten neu setzen, Entscheidungswege verkürzen, Kommunikation anpassen, Verantwortung anders verteilen. Veränderung wird handhabbar, wenn sie bewusst gestaltet wird.

    Reflexionsimpulse für Führungskräfte

    Um eine konkrete Veränderung nicht nur zu bewerten, sondern aktiv zu führen, können folgende Fragen helfen:

    • Was ist meine größte Befürchtung im Zusammenhang mit dieser Veränderung – und worauf basiert sie konkret?
    • Welche Entscheidungen oder Maßnahmen kann ich heute treffen, um diese Befürchtung aktiv zu adressieren?
    • Welche Chancen eröffnen sich im besten Fall – für mich persönlich, mein Team und die Organisation?

    Wer diese Fragen ehrlich beantwortet, verschiebt den Fokus von Kontrollverlust hin zu Gestaltungsfähigkeit. Nutzen Sie die Fragen um 5 Minuten darüber zu schreiben

    Und genau darin liegt der Kern wirksamer Führung im Wandel.

    Gute Führung beginnt mit Klarheit.

    Unsere Journaling Workshops unterstützen Sie dabei, komplexe Situationen zu ordnen, Prioritäten zu schärfen und Entscheidungen fundierter zu treffen.

    Gerne gestalten wir einen Journaling Workshop passend für Ihr Unternehmen. Schreiben Sie uns einfach und wir entwickeln ein Angebot für Sie.

  • Warum Gesundheitsberufe vom Schreiben profitieren

    Warum Gesundheitsberufe vom Schreiben profitieren

    Wer im Gesundheitswesen arbeitet, kennt es: Hohe Verantwortung, ständige Anforderungen, emotionale Belastungen und wenig Zeit für die eigene Regeneration. Gerade Pflegende, Ärztinnen und Therapeuten geben täglich viel – körperlich wie emotional. Doch wer anderen hilft, vergisst dabei oft, gut für sich selbst zu sorgen.

    Eine einfache und wissenschaftlich fundierte Methode, um langfristig gesund und ausgeglichen zu bleiben, ist das Journaling – das bewusste, regelmäßige Schreiben über Gedanken, Erlebnisse und Gefühle.

    Schreiben entlastet

    Über 2000 psychologische und medizinische Studien belegen: Das Schreiben über belastende oder bedeutende Erfahrungen wirkt stressreduzierend und gesundheitsfördernd. Der US-amerikanische Psychologe James W. Pennebaker, einer der Pioniere auf diesem Gebiet, zeigte bereits in den 1980er Jahren, dass Menschen, die regelmäßig über ihre Gefühle schreiben,

    • niedrigere Stresswerte aufweisen,
    • besseren Schlaf finden,
    • seltener krank werden und
    • emotional stabiler sind.

    Beim Schreiben werden Stresshormone wie Cortisol nachweislich reduziert. Gleichzeitig fördert das Journaling die Aktivierung bestimmter Hirnareale, die mit Selbstreflexion und emotionaler Verarbeitung in Verbindung stehen. Das führt dazu, dass Erlebnisse innerlich besser „einsortiert“ werden – ein wichtiger Schritt, um psychische Belastungen abzubauen.

    Warum Schreiben gerade für Gesundheitsberufe hilfreich ist

    Menschen in medizinischen und pflegerischen Berufen sind täglich mit starken Emotionen, komplexen Situationen und oft auch mit Leid und Tod konfrontiert. Diese Erlebnisse wirken – bewusst oder unbewusst – nach. Wenn sie nicht verarbeitet werden, kann sich über die Zeit chronischer Stress entwickeln, der zu Erschöpfung, Schlafproblemen oder Burnout führen kann.

    Journaling bietet hier einen geschützten Raum, um Erlebtes zu reflektieren – ohne Bewertung und ohne Druck. Durch das Schreiben können Fachkräfte:

    • Emotionale Distanz gewinnen: Gedanken und Gefühle werden auf Papier ausgelagert und damit greifbarer.
    • Innere Klarheit schaffen: Regelmäßiges Schreiben hilft, Prioritäten zu erkennen und Handlungsspielräume zu sehen.
    • Selbstmitgefühl entwickeln: Wer schreibt, begegnet sich selbst mit mehr Verständnis – ein wichtiger Schutzfaktor gegen Überlastung.
    • Sinn und Motivation bewahren: Besonders in fordernden Berufsfeldern hilft Journaling, sich an die eigene berufliche Haltung und Werte zu erinnern.

    So kann Schreiben zu einem zentralen Element der psychischen Selbstfürsorge werden – ganz ohne großen Zeitaufwand.

    Wie Sie mit dem Journaling beginnen können

    Für den Einstieg genügen bereits 10 Minuten täglich. Wichtig ist weniger das „Wie“, sondern das regelmäßige Dranbleiben.

    Einige einfache Ansätze:

    • Freies Schreiben: Setzen Sie sich einen Timer auf 10 Minuten und schreiben Sie, was Ihnen in den Sinn kommt – ohne Bewertung oder Korrektur.
    • Reflexionsfragen:
      • Was hat mich heute besonders beschäftigt oder berührt?
      • Wo habe ich mich heute stark gefühlt – und warum?
      • Was möchte ich loslassen, bevor ich in den Feierabend gehe?
    • Dankbarkeitstagebuch: Notieren Sie täglich drei Dinge, für die Sie dankbar sind. Das fördert positive Emotionen und stärkt die Resilienz.

    Selbst kurze Schreibphasen können eine deutliche Wirkung zeigen – ähnlich wie eine mentale Pause, die hilft, Abstand zu gewinnen und neue Kraft zu schöpfen.

    Schreiben als Gesundheitskompetenz

    Journaling ist kein Luxus, sondern eine einfache, kostengünstige und wirkungsvolle Methode der Selbstfürsorge – gerade für Menschen, die täglich für andere da sind. Es kann helfen, emotionale Belastungen besser zu verarbeiten, das Stressniveau zu senken und langfristig die eigene Gesundheit zu schützen.

    Wer regelmäßig schreibt, investiert nicht nur in sein psychisches Wohlbefinden, sondern stärkt auch die eigene professionelle Haltung und Präsenz im Berufsalltag.

    Denn wer sich selbst gut führt, kann auch andere gut begleiten.

  • Was für ein Headerbild ist das denn?!

    Was für ein Headerbild ist das denn?!

    So sieht das aus, wenn wir über ZOOM zusammen arbeiten – Michaela und ich. Wir sitzen eben ungefähr 800 km weit auseinander, da trifft es sich nicht mal eben so. Noch nicht mal für gemeinsame Fotos.

    Michaela lebt in Österreich in der Nähe von Wien und ich – Claudia – in Deutschland in der Nähe von Frankfurt/Main. Seit Anfang 2025 bestreiten wir auf diese Distanz einen Podcast und aus dieser Zusammenarbeit ist die Idee eines gemeinsamen Angebots entstanden.

    Wir sind es natürlich auch gewohnt, Workshops online zu planen und durchzuführen. Räumliche Distanz spielt dann keine Rolle, weil wir es beide gut können, auch digitale Räume zu halten und so zu gestalten, dass Vertrauen entstehen kann. Nur so ist unsere Arbeit auch online möglich.

    Kleine Anekdote am Rande: Ich habe Michaela sogar online per ZOOM kennengelernt. Als sie nämlich im Mai 2020 innerhalb kürzester Zeit ihren Präsenzworkshop in Wien auf das Online-Format umgestellt hat.* Es war ein toller Workshop und ich bin sehr froh, dass sie das damals so auf die Beine gestellt hat. Wer weiß, ob wir uns sonst überhaupt über den Weg gelaufen wären! So stand uns aber nicht mal Corona im Weg!

    *Wir erinnern uns: Lockdown – keine Präsenzveranstaltungen möglich!

    Und weil wir wahrscheinlich mit Ihnen auch erst einmal auf diese Weise zusammentreffen werden, wenn wir einen Workshop oder einen Vortrag planen, passt das Bild genauso, wie es ist, prima auf unsere Webseite.